Notfallplan & Notgepäck für Hochwasser: Checkliste
Ein Notfallplan klärt vorab: Wer macht was, welche Werte werden gesichert, wohin im Ernstfall. Dazu gehören ein gepacktes Notgepäck, eine Dokumentenmappe und funktionierende Warnkanäle (NINA, Cell Broadcast).
Der Notfallplan: vorher entscheiden
Im Ernstfall bleibt keine Zeit zum Überlegen. Lege deshalb vorher fest:
- Rollen: Wer kümmert sich um Kinder/Angehörige, wer um Schutzelemente, wer um Tiere?
- Prioritäten: Welche Werte und Geräte werden zuerst hochgebracht oder gesichert?
- Stromsicherheit: Wo ist der Hauptschalter, was wird abgeschaltet?
- Rückzug: In welche höher gelegenen Räume oder zu wem geht ihr, wenn es ernst wird?
Übt den Aufbau mobiler Schutzelemente einmal im Jahr (siehe mobiler Schutz).
Notgepäck: das BBK empfiehlt
Ein griffbereites Notgepäck (eine Tasche pro Person) sollte u. a. enthalten:
- Trinkwasser und haltbare Lebensmittel für einige Tage, Medikamente, Hygieneartikel.
- Batteriebetriebenes oder Kurbelradio, Taschenlampe, Powerbank, Ersatzbatterien.
- Wichtige Dokumente (Kopien) in wasserdichter Hülle, etwas Bargeld.
- Warme Kleidung, Regenschutz, festes Schuhwerk, Erste-Hilfe-Material.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) bietet ausführliche Checklisten zur Notfallvorsorge.
Dokumentenmappe: was hineingehört
- Ausweise, Urkunden (Geburt/Heirat), Aufenthaltspapiere.
- Versicherungsunterlagen (Police-Nummern!), Grundbuch-/Kaufunterlagen.
- Liste wichtiger Kontakte und Kontodaten.
- Fotos/Inventarliste wertvoller Einrichtung (hilft später bei der Schadenregulierung).
Bewahre die Mappe griffbereit und zusätzlich digital (verschlüsselt) auf.
Warnkanäle einrichten
Stelle sicher, dass dich Warnungen rechtzeitig erreichen: Warn-App NINA installieren, Cell Broadcast (Notfallnachrichten) am Handy aktiviert lassen, lokales Radio kennen. Die aktuelle Lage für NRW – Warnungen und Pegelstände – findest du gebündelt auf Hochwasser NRW aktuell. Wie du bei einer konkreten Warnung reagierst, steht im Ratgeber Verhalten bei Warnung.
Vorab klären: Strom, Wasser, Kommunikation
Drei Dinge fallen bei Hochwasser zuerst aus – plane sie ein:
- Strom: Wisse, wo der Hauptschalter ist und welche Stromkreise gefährdete Räume versorgen. Halte Taschenlampen und Powerbanks bereit; verlasse dich nicht auf das WLAN-Telefon.
- Wasser/Heizung: Bei Ausfall hilft ein kleiner Trinkwasservorrat; Heizung und Warmwasser können länger ausfallen.
- Kommunikation: Vereinbart einen Treffpunkt und eine Kontaktperson außerhalb des Gebiets, falls das Netz überlastet ist. Notiere wichtige Nummern auch auf Papier.
Denke an Angehörige, die Hilfe brauchen, und an Haustiere (Transportbox, Futter). Wer diese Punkte einmal vorab klärt, handelt im Ernstfall ruhiger und schneller.
Häufige Fragen
Für wie viele Tage soll ich Vorräte einplanen?
Das BBK empfiehlt, einige Tage autark sein zu können (Wasser, Lebensmittel, Medikamente). Für Hochwasserlagen zählt vor allem, schnell handlungsfähig und gewarnt zu sein.
Wie werde ich am zuverlässigsten gewarnt?
Über mehrere Kanäle gleichzeitig: Warn-App NINA, Cell Broadcast aufs Handy, Radio und Sirenen. Verlasse dich nicht auf einen einzigen Kanal.
Wie ist die Lage an deiner Adresse? Der kostenlose Check bewertet Flusshochwasser, Starkregen, Rückstau und Grundwasser – mit konkreten Schutzmaßnahmen samt Kostenrahmen.